GESCHICHTE

DDR-Grenze, 80er

DDR-Grenze, 80er

Das Gelände der heutigen arena Berlin lag bis zum Mauerfall 1989 direkt im Sperrgebiet der durch die Spree und den Flutgraben verlaufenden Ost-West-Grenze. Zugang zum Gelände hatten nur BVB-Mitarbeiter mit Sondererlaubnis sowie die DDR-Grenzsoldaten. Die Aufnahme von 1983 zeigt den Blick auf einen Wachturm, der den Kopf des heute noch existierenden Grenzsicherungs-Stegs im Osthafen bildet. Die Unterwasser-Vergitterungen machten Fluchtversuche durch die Spree an dieser Stelle nahezu unmöglich.

Luftbild des Standorts, 30er

Luftbild des Standorts, 30er

Das Luftbild auf die gesamte Anlage entstand vermutlich Anfang der Dreißiger Jahre. In seiner baulichen Gestalt blieb das Ensemble bis heute komplett erhalten. An die Omnibus-Hauptwerkstatt mit ihrem breitgespannten Dach gliedert sich das Wohn- und Verwaltungsgebäude direkt an. In den umgebenden, flacheren Sheddach-Hallen (heute u. a. MAGAZIN) befanden sich Werkstätten und weitere kleinere Betriebe. Das heutige Kunsthaus am Flutgraben sowie das Glashaus entstanden erst später.

In der Halle, 20er

In der Halle, 20er

Unter der imposanten Dachkonstruktion der 1927 fertiggestellten Bushalle der Berliner Verkehrsbetriebe fanden bis zu 240 Busse Platz. Der Hallenbau von Architekt Franz Ahrens war zu seiner Entstehungszeit die größte freitragende Halle Europas.

Hallenimpression, 90er

Hallenimpression, 90er

Zum Abstellplatz für ausrangierte Busse wird die große Halle nach der Stilllegung als Standort der Verkehrsbetriebe. Die wiedervereinigte BVG investierte lieber in ein neues Busdepot am Stadtrand als in die Sanierung des maroden Gebäudekomplexes. Erst 1995 bricht ein neues Zeitalter für die alte Halle an: der Verein Art Kombinat gründet die arena.

Spree und Osthafen 1922

Spree und Osthafen 1922

Einer der wichtigsten Berliner Umschlagplätze für die Binnenschiffahrt war der Osthafen noch bis vor wenigen Jahrzehnten. Die Aufnahme von 1922 zeigt den Blick von der Oberbaumbrücke auf den großen Spreespeicher und die Lager- und Verwaltungsgebäude entlang der Kaimauern.

Baustellenlandschaft 90er

Baustellenlandschaft 90er

1996 ist ganz Berlin im Zuge des Nachwende-Baubooms eine riesige Baustelle - so auch rund um die arena, wo in direkter Nachbarschaft der Twin-Towers-Komplex, das Allianz-Hochhaus und ein ganzes Wohngebiet entstehen. Zeitweise ist die arena durch die Baustellenlandschaft fast von der Außenwelt abgeschnitten. Tourbusse gastierender Künstler kommen kaum noch an die Halle heran, Besucher müssen sich durch Sandhaufen und Absperrungen quälen, um die Location zu erreichen.

arena-Dach vor der Sanierung

arena-Dach vor der Sanierung

Marode wie das gesamte Gebäude ist das charakteristische Dach der arena bis ins Jahr 2000. Heute, nach umfassender und denkmalgerechter Sanierung, verfügt das Gebäude über eine "intelligente" Außenhaut: Eine Solaranlage erzeugt Energie und moderne Oberlichter lassen, je nach Wunsch, Tageslicht ins Halleninnere oder verdunkeln es komplett.

Luftbild 2004

Luftbild 2004

Blick auf den Standort der arena Berlin im Jahr 2004: Immer stärker orientiert sich der stetig wachsende Kulturstandort hin zum Wasser. Die Hoppetosse liegt als Restaurant- und Clubschiff bereits seit 2001 vor Anker und macht die Spree ein Stück erlebbarer. Seit Sommer 2004 eröffnet das Badeschiff völlig neue Perspektiven auf den Fluss und die Stadt. Als nächstes Projekt soll entlang des 600m langen ehemaligen Grenzsteges ein Yachthafen entwickelt werden. (Bildquelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung -III- C)

Hallensanierung 2000

Hallensanierung 2000

Während der Sanierung der arena im Jahr 2000 wird das Gebäude bis auf sein Skelett entkernt. Strenge Auflagen des Denkmalschutzes erschweren und verteuern den Umbau. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Experten loben die Qualität und Detailtreue des wieder entstandenen Baudenkmals der Industriegeschichte.

Die arena Berlin: Ein Ort mit Geschichte

1927 vom Architekten Franz Ahrens errichtet, ist die frühere Omnibushalle der Berliner Verkehrsbetriebe mit über 7.000 Quadratmetern damals die größte freitragende Halle Europas. Zu Zeiten des Omnibusbetriebes fasst sie insgesamt 240 Busse. Wie die meisten Industriebetriebe auch, wird der Betriebshof während des Zweiten Weltkriegs von den Nationalsozialisten zweckentfremdet. Vom Krieg weitgehend verschont, wird der Gebäudekomplex Ende der Vierziger bis Anfang der Fünfziger zum Flüchtlingslager. Ab 1961 liegt die Halle direkt im Mauerstreifen und ist nur noch für DDR-Grenztruppen und BVG-Beschäftigte zugänglich. 1993, wenige Jahre nach dem Mauerfall, schließen die Verkehrsbetriebe den Standort.

1995 beginnt ein neues Zeitalter für den Gebäudekomplex: Der Verein ART Kombinat startet mit der kulturellen Nutzung. Schritt für Schritt entwickelt sich in den Folgejahren ein kultureller Mikrokosmos, der seinesgleichen sucht: Im Mittelpunkt die große HALLE, ergänzt durch außergewöhnliche Locations wie GLASHAUS, HOPPETOSSE, BADESCHIFF und MAGAZIN. Nach ihrer denkmalgerechter Sanierung entspricht die ehemalige Bushalle heute den modernsten Standards und hat sich gleichzeitig ihren industriellen Charme bewahrt.